Instandsetzung von Flugzeugsitzen

 

Viele große Unternehmen lagern Teilprozesse an externe Dienstleister aus, um schneller und dabei kostenorientiert zu sein. So auch unser Kunde, der einen Teilbereich der Innenraum-Modifikation eines Airbus A380 an unser ARTS-Projektteam übergibt und damit die Geschwindigkeit der Auftragserfüllung erhöht.

Inhalt des Auftrages ist die Modernisierung der Sitze der Economy-Class inklusive Aus- und Wiedereinbau und die Erneuerung der Teppiche und Kabelkanäle im Fußbodenbereich. Für die erfolgreiche Umsetzung des Auftrages war es meine Aufgabe, ein entsprechend qualifiziertes Team zusammenzustellen. Aktuell besteht unser Projektteam aus 15 Personen, die aus verschiedenen Berufszweigen stammen. Eine erfolgversprechende Mischung aus Fluggerätmechaniker, Fluggerätelektroniker, Konstruktionsmechaniker, Metallbauer, Lackierer und Beschichter, Kunststoffverarbeitern CFK und GFK und sogar einem Fußbodenleger/Raumgestalter. Alle Projektbeteiligten erhielten vor Auftragsbeginn entsprechende Schulungsmaßnahmen, um den hohen Anforderungen der Auftraggeber Elbe Flugzeugwerke (EFW) und Qantas gerecht zu werden. Geplant ist, dass pro Arbeitseinheit ein Team verantwortlich ist.

Projektdetails im Überblick

  • Branche: Luft- und Raumfahrt
  • Kunde: Qantas, Elbe Flugzeugwerke
  • Jobtitel: Industriemechaniker, Industrieelektroniker
  • Projektort: Dresden
  • Service: Production Support Services

Seat, Carpet, Raceways

Nach mehreren Jahren im Einsatz für Flugreisende der Airline Qantas ist eine Generalüberholung des Innenraums des Airbus A380 eine Notwendigkeit. Die EFW erhielt den Gesamtauftrag für die Modifikation und entschied, einige Teilbereiche auszulagern. Mit den Teilbereichen „Seat Work“ im Ober- und Unterdeck sowie mit der Erneuerung der Teppiche und Kabelkanäle wurde unser Team von ARTS beauftragt. Eigens für solche Projekte verfügt ARTS über eine eigene Halle, wo wir die Aufträge unserer Kunden umsetzen können. Nach diesem Großprojekt ist die Halle auch für andere Projekte einsetzbar, die eine Bearbeitung größerer Mengen vorsehen.

Es ist großartig, Teil eines solchen Projektes zu sein und zu sehen, wie sich die schiere Masse eines A380, 500 Tonnen Metall und Plastik, in die Lüfte erhebt.

Seat Work

Unser Team baut die Sitze aus dem Flugzeug aus und transportiert sie anschließend in unsere Werkshalle zur weiteren Bearbeitung. Je nach Part werden verschiedene Arbeiten an den Sitzen durchgeführt, wie zum Beispiel der Wechsel der Polster und Sitzbezüge und die Ausbesserung von Steckdosen bzw. AC Konnektoren. Bemerken wir während dieser Arbeiten weitere Schäden an den Sitzbestandteilen, dokumentieren wir diese Beanstandungen in einem Defect Report (Fehlerreport) und informieren den Kunden darüber. Dieser entscheidet dann über das weitere Vorgehen.

Carpet Work

Parallel zu diesen Arbeiten entfernt unser Carpet-Team die alten Teppiche aus dem A380 im Ober- und Unterdeck. Anschließend werden an Hand der vom Kunden zur Verfügung gestellten Zeichnungen die neuen Teppiche für das Oberdeck in unserem Carpet Shop zurechtgeschnitten und anschließend zur EFW ins Werk gebracht, wo unser Team die Teppiche dann im A380 neu verlegt. Für das Hauptdeck im unteren Bereich erhalten wir vorgefertigte Kits und können die bereits zugeschnittenen Teppiche verlegen – aber auch hier müssen wir hin und wieder Anpassungen vornehmen, da die gelieferten Teppiche nicht immer maßgenau passen. Neben den ausführenden Tätigkeiten übernehmen wir also auch Qualitätsprüfungen, um Fehlerquellen zu vermeiden. Ein falscher Schnitt im Carpet Shop kostet sehr viel Zeit, wenn die Fehler vor Ort im Flugzeug ausgebessert werden müssen. Also kontrollieren wir vorher lieber einmal mehr.

Raceways

Die sogenannten Raceways sind die Kabelkanäle im Boden des Flugzeuges. Während der Erneuerung der Teppiche werden auch diese entfernt. Anschließend werden die neuen Raceways entsprechend der technischen Zeichnungen installiert, damit die Flugzeugkabel sicher und platzsparend verlegt werden können.

 

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Teamarbeit auf hohem Niveau

Das Wichtigste an unserer Arbeit ist, neben Flexibilität und der Bereitschaft, sich ständig zu verändern, vor allem eine exakte Arbeitsweise. Wenn wir beispielsweise die technischen Zeichnungen unseres Kunden erhalten, dann benötigen wir das Verständnis, diese richtig zu lesen und dann eben auch korrekt umzusetzen, damit die Kollegen später beim Einbau im Flugzeug störungsfrei weiterarbeiten können. Eine weitere Herausforderung für unser Team ist die Zeit, denn für alle Arbeitspakete ist ein gewisser Zeitrahmen vorgegeben. Unser Anspruch ist es, absolute Qualität in kürzester Zeit bereitzustellen und effektiv zu arbeiten. Hilfreich ist es da vor allem, wenn ich vorab bei der Erstinspektion der Maschine mit dem Auftraggeber kläre, wie hoch der Arbeitsumfang ist und wie genau er sich die Modifikation vorstellt, um damit im weiteren Projektverlauf zeitraubende nachträgliche Anpassungen und Änderungen zu vermeiden. An Hand der sogenannten Finding List wird dann vom Auftraggeber festgelegt, was unser Team übernehmen soll. Für mich war es großartig, dass ich quasi mein eigenes Team zusammenstellen und aufbauen konnte. Spannend war dabei vor allem, dass unsere Teammitglieder aus drei verschiedenen Nationen stammen, Deutschland, England und Polen. Untereinander kommunizieren wir alle in Englisch, damit jeder jeden versteht und weil es die Hauptsprache in der Luftfahrt ist. Alle Zeichnungen und Dokumente sind in englischer Sprache verfasst. Wir sind ein sehr lösungsorientiertes Team, da jeder einen anderen Blickwinkel und seine eigenen Erfahrungen bei Problemstellungen einbringt und wir damit sehr schnell zu einer Lösung kommen.

Zahlen und Fakten

15 Wir sind ein Team von 15 Experten
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853 Sitze der A380 wurden instand gesetzt.

Weiterführende Informationen