Cultural Fit -DER Erfolgsfaktor im Bewerbungsgespräch

Jahrzehntelang waren Qualifikationen und Fachwissen alles, was für Personaler beim Bewerbungsgespräch zählte. Diese Hard Skills geraten angesichts einer sich weiter entwickelnden Arbeitswelt in den Hintergrund. Bei ARTS punkten Bewerber gleichermaßen mit Persönlichkeit und Fachwissen. Lesen Sie mehr dazu in unserem Blog.

Mehr als die Hälfte der in einem Unternehmen angestellten Mitarbeiter in Deutschland wünschen sich eine sympathische Unternehmenskultur, einen respektvollen Umgang miteinander und das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die sogenannten Hard Skills und fachlichen Qualifikationen scheinen in einer Welt des immer schneller werdenden Wandels an Bedeutung zu verlieren.

Waren einst im Bewerbungsgespräch ausschließlich die bisher erlangten Qualifikationen relevant, wird heute vermehrt darauf geachtet, ob der Bewerber zur Unternehmenskultur passt – und diese mit seinen Eigenschaften bereichern kann.

Doch was genau steht hinter dem Begriff Cultural Fit? Wie können die Bewerber selbst prüfen, ob der persönliche Cultural Fit zum Unternehmen passt? Und wie messen Unternehmen den Cultural Fit?


Warum Persönlichkeit mehr wert ist als Fachwissen

Viele Unternehmen vertreten mittlerweile die Meinung, dass fachliche Kenntnisse erworben werden können, persönliche Einstellungen und Werteprofile jedoch eher schwer veränderlich sind. Und so ist das persönliche Paket, welches jeder Bewerber mitbringt, von größerer Bedeutung.

Passen Persönlichkeitsmerkmale und Denkmuster zum Unternehmen, haben alle Beteiligten mehr gewonnen, als wenn der Bewerber ausschließlich tadellose Zeugnisse vorweisen kann. Denn die Hard Skills, die jeder Bewerber am Tag X mitbringen kann, können in der heutigen schnelllebigen Zeit in den nächsten Monaten schon wieder überholt sein. Und da ist es doch effektiver zu wissen, dass sich der neue Mitarbeiter schnell in neue Situationen einfinden und das Unternehmen nach außen hin authentisch repräsentieren kann.

Eine aktuelle Studie von StepStone – Recruiting mit Persönlichkeit – bestätigt, dass eine gute Identifizierung mit dem Unternehmensgedanken die Zufriedenheit im Arbeitsalltag positiv verstärkt. Laut dieser Studie sind 59,1 % der befragten Personen mit ihrem Job zufrieden und identifizieren sich mit den Werten des Unternehmens. Von denjenigen Personen, die mit ihrem Job kaum oder gar nicht zufrieden sind, sind 70,1 % nicht konform mit der Unternehmenskultur.
 

Die Generation Y und der enorme Wert des Cultural Fit

Die so genannten Millennials pflegen das Socializen beim gemeinsamen Mittagessen und sehnen sich mehr nach einem bestmöglichen Zusammenhalt als nach der nächsten Gehaltserhöhung. Die Generation Y und Z treiben die Bedeutung des Cultural Fit ganz klar voran. Die zahlreichen Startups machen es vor und die restliche Unternehmenswelt zieht nach, weil Authentizität wieder wertvoll wird.

Dabei geht es nicht unbedingt um den Kicker im Flur, den Feelgood-Manager mit dem Obstkorb unter dem Arm oder um den unbegrenzten Vorrat an Bionade. Es geht um die ganz eigene Unternehmenskultur und um Fragen wie: Was ist für unser Unternehmen wirklich wichtig? Was möchten wir nach außen hin darstellen? Wie sprechen wir unsere Kunden an? Wie hoch ist das Durchschnittsalter in unserem Unternehmen? Für welche Werte steht unser Unternehmen? Die Mitarbeiter wollen und sollen hinter den jeweiligen Antworten stehen. Doch vorab muss sich jedes Unternehmen selbst diese Fragen stellen. Und für jedes Unternehmen kommt am Ende eine andere Antwort heraus und danach richtet sich die Auswahl der neuen Mitarbeiter. Der Begriff Cultural Fit stammt aus der Personalpsychologie und beschreibt die Übereinstimmung von Bewerber und Unternehmen in Bezug auf persönliche Wertvorstellungen, Handlungsweisen und Denkmuster. 


Cultural Fit als neuer Erfolgsfaktor im Recruiting?  

So stellt es sich aktuell dar. Konkret gemeint sind sogenannte Soft Skills wie kulturelle Ähnlichkeit, Vorstellungen in Bezug auf die Arbeitsweise, eigene Überzeugungen und Wertvorstellungen, Persönlichkeitsmerkmale sowie das Verhalten gegenüber Kollegen und Kunden. Je höher der Wert des Cultural Fits umso größer ist die Chance, dass das Unternehmen erfolgreich ist. Funktionieren Zusammenarbeit und Dynamik im Team, erleichtert das den beruflichen Alltag. Und wird die absolute Loyalität gegenüber der Unternehmenskultur gelebt, kann die Effizienz eines Unternehmens enorm gesteigert werden.

Doch auch wenn der Cultural Fit in allen Startups, modernen KMU's und auch in international operierenden Großkonzernen immer mehr an Priorität gewinnt, geht es schlussendlich vor allem um eines: Zusammenarbeit! Was aktuell als Cultural Fit in aller Munde ist, ist streng genommen das Wiederaufblühen der Zusammenarbeit. Ein Wert der jahrzehntelang vernachlässigt und hinter die Unternehmenszahlen gestellt wurde, erlebt jetzt ein Comeback. In der Gemeinschaft besser sein, mehr bewirken und kollektiv neue Erfolge gestalten als Einzelkämpfer – so sieht die Zukunft aus!


Persönlichkeit ist mehr wert als Fachkenntnisse

Es ist wichtig, dass der Cultural Fit passt - sowohl für Unternehmen als auch für Bewerber.


Was zählt bei der Suche nach neuen Mitarbeitern wirklich?

In Sachen Personalentscheidung spielt der Cultural Fit als unternehmenskulturelle Passgröße zwischen Bewerber und Unternehmen eine immer größere Rolle. Denn hinter jedem Bewerbungsgespräch steht der Wunsch, dass der neue Mitarbeiter die Unternehmenskultur bereichern soll. Finden sich in einem Bewerbungsgespräch Mitarbeiter und Unternehmen zusammen, können beide Seiten ihr Potenzial gänzlich ausschöpfen. Doch neben den Übereinstimmungen geht es auch um eine mögliche Ergänzung der Unternehmenskultur durch den Bewerber – und Personaler sollten demnach sowohl den Supplementary Fit als auch den Complementary Fit berücksichtigen.

Unter dem Supplementary Fit ist die Ähnlichkeit zu verstehen, die zwischen dem Bewerber und dem Unternehmen hinsichtlich gemeinsamer Werte und Einstelllungen besteht. Der Complementary Fit dagegen meint den Mehrwert, den das Unternehmen durch den Bewerber erfahren kann, da derjenige über bestimmte Eigenschaften verfügt, die im Unternehmen noch nicht ausreichend vertreten sind. Demnach ist es keine Schande, wenn nicht alle Vorstellungen und Merkmale zwischen Bewerber und dem Unternehmen übereinstimmen. Der Recruiter weiß im besten Falle genau, welche Eigenschaften grundsätzlich passgenau sein müssen und welche Soft Skills im Unternehmen noch ausbaufähig sind. Werden unüberbrückbare Differenzen allerdings bereits im ersten Gespräch deutlich, ist es sehr wahrscheinlich, dass Bewerber und Unternehmen nicht zueinander finden und der Cultural Fit nicht passt.

Ein Bewerber sollte vorab also immer prüfen, ob der eigene Cultural Fit zum Unternehmen passt. Dazu bieten immer mehr Unternehmen die Möglichkeit an, ein anonymes und unverbindliches Cultural-Fit-Matching durchzuführen. Doch keine Panik – wer in solch einem Tool nicht matcht, kann später im direkten Gespräch mit den Personalern immer noch punkten. Denn auch Authentizität spielt eine wichtige Rolle und die Körpersprache im Bewerbungsgespräch verrät sehr viel darüber, wer der Bewerber wirklich ist.

Für eine ideale Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch geht es nicht zuletzt vor allem darum, sich mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen. So stellen diese Matching-Tools oft nur einen Anreiz dar, um sich ausführlicher mit dem möglichen neuen Arbeitgeber zu befassen.

Für Bewerber ist es also immer ratsam, sich im Vorfeld auf der Unternehmenswebseite ausführlich zu informieren – und vor allem die Über-Uns-Seite genauer zu studieren. Zudem geben die Social-Media-Kanäle meist gut Aufschluss darüber, welche Werte im Unternehmen gelebt werden und was den Mitarbeiten dort wichtig ist.


Der neue Erfolgsfaktor im Bewerbungsgespräch

Bewerber der Generation Y und Z setzen sich von Beginn an ganz andere Prämissen, wenn sie sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber begeben. Ihre Motivation ist nicht allein das Geld, sondern viel mehr die Frage nach dem Arbeitsumfeld. Diesen Generationen ist es wichtig, dass ein Zusammenhalt im Team besteht, das Feedback vom Vorgesetzten eher einem Austausch auf Augenhöhe gleicht und das Einbringen der eigenen Meinung durchaus erwünscht ist. Die Bewerber gehen heutzutage ebenso kritisch ins Gespräch wie die Personaler selbst.

Und so kann der Cultural Fit-Faktor gerade für Berufseinsteiger ein Karrieresprungbrett sein. Denn fehlende Erfahrungen können so z.B. durch die richtige Einstellung, eine große Motivation und ein hohes Maß an Lernbereitschaft wettgemacht werden.

Legt ein Unternehmen im Bewerbungsgespräch den Fokus auf den Cultural Fit statt auf die reinen Fakten der Qualifikationen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der neue Mitarbeiter länger und vor allem auch effektiver arbeitet. Aktuelle Studien belegen, dass ein guter Cultural Fit sowohl die Produktivität, als auch die Zufriedenheit und Verweildauer der Mitarbeiter positiv beeinflusst.

Sowohl die Unternehmen als auch die Bewerber können vorab prüfen, ob der Cultural Fit passt. Viele Recruiter setzen auf eignungsdiagnostische Testverfahren (Online-Assessment) und auf Daten basierte Matching-Algorithmen. Mittels solcher Programme können vergangene Tätigkeiten der Bewerber analysiert und mit weiteren Hintergrundinformationen verknüpft werden. Anonyme Online-Assessment-Verfahren sind für beide Seiten eine gute Option. So kann der Bewerber zuvor die kulturelle und persönliche Übereinstimmung mit einem Unternehmen ermitteln und eine Bewerbung nur bei einem guten Ergebnis an das Unternehmen weiterleiten. Den Recruitern und Managern wird auf der anderen Seite viel Zeit erspart und sie erhalten bereits vor dem Gespräch einen ersten Eindruck.

Fakt ist, der Cultural Fit beruht auf Ehrlichkeit. Und das gilt für beide Seiten. Die verschiedenen Messmethoden können unterstützend wirken, schlussendlich kommt es aber darauf an, wie sich das Unternehmen selbst einschätzt und präsentiert und wie authentisch der Bewerber in seiner Darstellung von sich selbst bleibt.

Die wahren Werte sind also das, was heute im Bewerbungsgespräch erfolgversprechend ist.


Was bedeutet Cultural Fit bei ARTS?

Bei ARTS spielt der Cultural Fit ebenfalls eine große Rolle bei der Personalentscheidung. Unsere Mitarbeiter sind der Mittelpunkt des Unternehmens. Deshalb wird bei ARTS großer Wert auf flache Hierarchien und eine Trial-and-Error Kultur gelegt. Bewerben Sie sich. Erleben Sie unsere Unternehmenskultur aus erster Hand, wie Anja.

„Wir pflegen ein kollegiales Miteinander – Gemeinschaft, ein gemeinsames Ziel erreichen und es gibt keine Einzelkämpfer. Flache Hierarchien, Duz-Kultur und Einfach-mal-machen-Kultur sind weitere Punkte, die ich sehr zu schätzen weiß.“ 

Anja Uebermuth, Digital Transformation Manager bei ARTS


 Quelle: stepstone

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