ARTS Kollege im Interview – Mein Job als Fluggerätmechaniker bei Sabena Technics

Wenn Mitarbeiter von ARTS über Ihren Werdegang berichten, wird es spannend. Zahlreiche Berufsfelder ermöglichen verschiedenste Karrieremöglichkeiten und ein herausforderndes Arbeitsumfeld. Im aktuellen Blog berichtet Torsten von seinem Weg zu ARTS und seiner Tätigkeit bei Sabena Technics in Bremen.

ARTS als Experte für Ingenieur- und Fertigungsdienstleistungen, Technologieberatung und HR Services beschäftigt aktuell 500 interessante Persönlichkeiten. Sie bringen in unterschiedlichen Bereichen ihr Expertenwissen ein. Wir wollen in unserer Interviewreihe wissen, wie es die einzelnen Mitarbeiter zu ARTS verschlagen hat, was ihre Arbeit ausmacht und was sie an ihrer täglichen Arbeit begeistert, aber auch herausfordert.

Torsten Schiebe arbeitet seit Juni 2018 für ARTS bei Sabena Technics, dem führenden Anbieter von Instandhaltungs- und Modifikationsdienstleistungen für das zivile und militärische Flugzeuggeschäft. Torsten ist einer von insgesamt sechs ARTS Mitarbeitern, die bei Sabena Technics an verschiedenen Standorten im Einsatz sind.

Vom Industriemechaniker zum Fluggerätmechaniker

Nachdem Torsten bei der Bahn AG eine Ausbildung zum Industriemechaniker machte, entschied er sich über die Bundeswehr eine Umschulung zum Fluggerätmechaniker zu absolvieren.

Warum hast du dich für eine Umschulung zum Fluggerätmechaniker entschieden?

Die Tätigkeit als Industriemechaniker hat mir einfach keinen Spaß mehr gemacht, deshalb bin ich zur Bundeswehr. Genauer gesagt zur Luftwaffe und habe dort eine Umschulung zum Fluggerätmechaniker gemacht. Dort habe ich dann 8 Jahre als Wartungsmechaniker am Tornado gearbeitet.

Du bist seit Juni 2018 ein Teil von ARTS. Davor warst du als Fluggerätmechaniker bei verschiedenen Unternehmen tätig. Fast 10 Jahre warst du bei airberlin technik GmbH. Was begeistert dich an dem Beruf des Fluggerätmechanikers?

Ich wollte schon früher an Flugzeugen arbeiten aber da die Ausbildungsstätte zu weit von meinem Wohnort entfernt war und ich nicht pendeln wollte, habe ich mich entschlossen zur Bahn zu gehen. Dazu kam, dass meine gesamte Verwandtschaft bei der Bahn gearbeitet hat und dieser Weg für mich sozusagen vorgezeichnet war. Durch die Bundeswehr konnte ich dann aber in die Luftfahrtbranche reinschnuppern. Ich habe dort am Tornado arbeiten können, was recht interessant war und mir großen Spaß gemacht hat. Ich habe dann, nach meiner Beschäftigung als Zeitsoldat die CAT A Lizenz gemacht und bei kleinen Unternehmen in Saarbrücken angefangen. Dann bin ich nach Frankfurt, habe dort meinen Prüfer gemacht und absolvierte zahlreiche Lehrgänge. Ich möchte den Beruf des Fluggerätmechanikers nicht mehr missen. Es macht mir nach wie vor sehr großen Spaß. An Flugzeugen zu schrauben habe ich schon immer gewollt und dadurch konnte ich meinen Traum verwirklichen.

Was ist der Reiz an Flugzeugen zu arbeiten?

Ich habe bisher schon an mehreren Typen arbeiten können aber am meisten Spaß macht es mir am Airbus. Warum? Weil alle Airbus Muster fast gleich sind, ich muss dadurch nicht umdenken. Airbus ist sozusagen wartungsfreundlicher.

Hat die Luftfahrt etwas Magisches für dich?

Ja, auf jeden Fall. Man kann die Entwicklung der Technik hautnah miterleben. Die Steuerung einer alten Boeing ist etwas ganz anderes gewesen, als die des A350, bei dem alles nur noch über Computer funktioniert. Die Entwicklung macht diese Branche so interessant. Früher, als ich in diesem Beruf angefangen habe, gab es noch keinen A350, geschweige denn A380. Vor allem der Unterschied vom Kampfjet Tornado zu Passagiermaschinen war riesig. Damals war es wahnsinnig interessant für mich, als Mechaniker an einem Kampfjet zu arbeiten.

Du sagtest schon, dass du Zeitsoldat warst. Was hat dir die Zeit bei der Bundeswehr für das Leben danach gebracht?

In erster Linie konnte ich den Beruf zum Fluggerätmechaniker lernen. Ich habe die englische Sprache perfektioniert, durch die drei Jahre, die ich in den USA verbracht habe, denn Englisch benötigt man zwingend als Fluggerätmechaniker. Und ich bin unheimlich viel unterwegs gewesen. Man sieht etwas von der Welt, das gefällt mir.

Früher Tornado heute Beluga XL

Wie kam es zu deinem Wechsel zu ARTS?

Ich arbeitete damals bei der Germania Fluggesellschaft und habe mitbekommen, dass es nicht so gut lief. Zu dieser Zeit hatte mir ein Kollege ein Stellenangebot von ARTS geschickt, das ich sehr interessant fand. Daraufhin habe ich mich einfach beworben. Ich hatte damals mit der Kollegin telefoniert, sie erzählte mir, worum es in der Stelle ging und beschrieb mir die Konditionen. Dann war der Schritt zur Vertragsunterzeichnung nicht mehr weit. Der gesamte Prozess verlief reibungslos und die ARTS Kollegen waren sehr nett.

Wie ging es dann für dich weiter?

Ich bin für acht Wochen nach Bordeaux zu einem Lehrgang von Sabena gefahren. Dieser Lehrgang war Grundvoraussetzung für den Job in Bremen. Alle B1-Prüfer haben ein spezielles Type-Rating durchlaufen, um die mechanische Wartung aller Beluga-Maschinen durchführen zu können. Dort wurde ich sozusagen befähigt am Beluga und Beluga XL zu arbeiten. Wir haben sechs Wochen Theorie gemacht und zwei Wochen Praxis. Der Kurs war modular aufgebaut und wurde komplett in Englisch gehalten. Nach jedem Modul gab es einen Multiple Choice Test, den man bestehen musste. Nach bestandenem Kurs bin ich dann zurück nach Bremen und konnte direkt bei Sabena Technics anfangen.

Was ist dort genau deine Aufgabe?

An allen Airbus Standorten, die der Beluga anfliegt, macht Sabena die Line Maintenance. Das heißt, die Wartung der Beluga Maschinen. Ich bin aktuell in Bremen stationiert und zuständig für die Line Maintenance der Beluga Flotte. Also das Trouble Shooting, kleinere Reparaturen, nachts machen wir Daily Checks etc. Der Daily Check ist 48 Stunden gültig und muss an jedem Flugzeug durchgeführt werden.
Es gibt dort auch interessante technische Unterschiede zwischen dem Beluga und dem Beluga XL. Der Beluga basiert ja auf dem A300, der Beluga XL auf dem A330. Da sieht man wunderschön die technische Entwicklung.

Was sind die Herausforderungen in deinem Job?

Die größte Herausforderung ist das Zeitlimit, das wir zur Wartung haben, da der Flieger nur 1 bis 1,5 Stunden am Boden ist. Das Problem am Flieger zu erkennen, in der vorgegebenen Zeit zu beheben und ihn wieder pünktlich abheben zu lassen, ist eine große Challenge.

Welche Vor- oder Nachteile hast du durch die Arbeit bei ARTS?

Ich habe nur Vorteile. Durch die Arbeit bei ARTS habe ich keine Nachtschichten mehr, mir geht es gesundheitlich besser und ich darf an spannenden Projekten arbeiten. Die Kollegen bei ARTS sind alle nett und hilfsbereit. Da kann ich mich nicht beklagen.

Welche Projekte würden dich noch reizen?

Ich würde gern in die Raumfahrt wechseln. Satelliten- oder Raketentechnik würden mich schon reizen. Mein Hobby ist die Astronomie und Astrophysik, weshalb der Wechsel in die Raumfahrt schon das i-Tüpfelchen wäre.


Werden Sie ein Teil der ARTS-Projektteams

ARTS sucht immer wieder Fachkräfte für weltweit einsetzbare Expertenteams, die vor Ort bei unseren Kunden Prozesse in Produktion und Wartung optimieren. Es werden täglich neue Jobs für unterschiedlichste Berufsfelder, wie z.B. auch die Luftfahrzeugtechnik, auf unserer Stellenbörse veröffentlicht. Seien Sie als Fluggerätmechaniker oder Fluggerätelektroniker ein Teil und erleben Sie die technische Entwicklung hautnah.


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