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4 Tage Woche – die Zukunft der Arbeitswelt?

31.08.2023 2023/08

7-, 6-, 5- … 4-Tage-Woche

Mit Blick auf die Wochenarbeitszeit in den letzten Jahrzehnten scheint dieser Vorstoß eine Entwicklung fortzuführen. Denn die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nahm seit 1825 um mehr als 50% ab. Ein Trend, der nur in den Nachkriegsjahren ins Stocken geriet. Noch im ausgehenden 19. Jahrhundert war eine 7-Tage-Arbeitswoche der Normalfall. 70 bis 80 Arbeitsstunden galten als die Regel. Dies änderte sich, als um 1900 die 6-Tage-Woche mit rund 60 Stunden Einzug hielt. Es folgten der 8-Stunden-Tag im Jahr 1918, der Übergang zur 5-Tage-Woche 1956 und die schrittweise Einführung der 40-Stunden-Woche in diversen Branchen in den 60er- und 70er-Jahren. Für viele ist diese 40-Stunden-Woche jedoch schon heute nicht mehr der Regelfall einer Vollzeitbeschäftigung.

Microsoft hat in Japan mit den dort rund 2.300 Mitarbeitern eine 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich getestet und den eigenen Aussagen zufolge eine Produktivitätssteigerung von 40% erfahren.

Bei Volkswagen wurde währenddessen bereits ein noch “kompakteres” Modell getestet. Die 28,8-Stunden-Woche, mit deren Einführung 1994 Entlassungen im großen Maße verhindert werden konnten. Könnte dieses auch ein Modell sein, die jetzige Zeit der Corona-Krise zu überstehen?

4 Tage Woche – Rettung in der Krise

Ähnlich dem Beispiel des Unternehmens VW, welchem die Anpassung des Arbeitszeitmodells durch eine Krise verhalf, zeigte sich die Eignung der 4 Tage Woche gleichermaßen während der Corona-Krise.  

Viele Unternehmen nutzten in dieser Zeit das Mittel der Kurzarbeit, um Arbeitsplätze zu erhalten. Die Arbeitszeit der Mitarbeiter :innen wurde dabei reduziert und damit zum Teil auch die wöchentlichen Arbeitstage. Der jeweils wegfallende Stundenanteil wurde dann durch staatliche Finanzierung noch mit 60% des Nettolohns vergütet. Ein Modell, das in Notsituationen funktioniert. Bei einer generellen Umstellung auf die 4 Tage Woche könnten die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die die deutsche Wirtschaftslandschaft prägen, einen solchen Lohnausgleich bei Stundenreduzierung jedoch wohl kaum stemmen.

In zum Teil existenziellen Situationen, wie der Corona-Krise, schienen hier allerdings auch die Gewerkschaften und Arbeitnehmer :innen gesprächsbereit. Zumal eine solche Entwicklung auch im Sinne jedes Einzelnen sein könnte. Nicht nur der Erhalt der eigenen Arbeitsstelle ist dabei ein gewichtiger Punkt. Noch in den 1950er-Jahren wurde “Samstags gehört Vati mir” auf Plakate geschrieben. Bedürfnisse nach mehr Zeit für das Privatleben, mehr Möglichkeiten der individuellen Entfaltung außerhalb des Arbeitslebens und mehr “Work-Life-Balance” - sie scheinen aktueller denn je.

Denn die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nahm seit 1825 um mehr als 50% ab.

4 Tage Woche – was heißt das denn konkret? 

Die 4 Tage Woche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die übliche Arbeitswoche von fünf Tagen auf vier Tage reduziert wird. Statt an fünf Tagen pro Woche zu arbeiten, haben Arbeitnehmer :innen, die dieses Modell nutzen, die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit auf vier Tage zu verteilen, wobei der fünfte Tag als weiterer freier Tag gilt.

Ein langes Wochenende, 2 mal 2 Arbeitstage oder 3+1? Die Möglichkeiten der Umsetzung sind vielfältig.In einigen Fällen wird die Arbeitszeit pro Tag verlängert, um die erforderliche Wochenarbeitszeit beizubehalten. Das bedeutet, dass an den Arbeitstagen länger gearbeitet wird, um die verlorene Arbeitszeit des freien Tages auszugleichen. In anderen Fällen wird die Arbeitszeit pro Tag beibehalten, und die Wochenarbeitszeit wird einfach um einen Tag reduziert.

Vorteile der 4 Tage Woche

Das wesentliche Ziel der 4 Tage Woche besteht darin, den Arbeitnehmer :innen eine ausgewogene Work-Life-Balance zu ermöglichen. Indem sie einen zusätzlichen freien Tag in der Woche haben, besteht auch mehr Zeit für persönliche Interessen, Freizeitaktivitäten, Erholung oder die Betreuung von Familie und Angehörigen. Dies kann zu einer Reduzierung von Stress führen, das Risiko für Burnout senken und das allgemeine Wohlbefinden der Arbeitnehmer :innen verbessern.

Aber nicht nur Arbeitnehmer :innen genießen die Vorteile. Studien haben gezeigt, dass Mitarbeiter :innen, die von einem solchen Arbeitszeitmodell profitieren, oft motivierter und produktiver sind. Eine bessere Work-Life-Balance kann zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und einer geringeren Fluktuation führen. Darüber hinaus kann die 4 Tage Woche dazu beitragen, das Image des Unternehmens zu verbessern und am Markt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Auch dem nachhaltigen Aspekt des Arbeitszeitmodells sollte Beachtung geschenkt werden.  Weniger Arbeitstage bedeuten weniger Pendlerverkehr und somit weniger Verkehrsstaus und Emissionen. Darüber hinaus könnte die zusätzliche Freizeit den Menschen ermöglichen, nachhaltigere Lebensweisen zu pflegen, wie zum Beispiel die vermehrte Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften.

Und wie würden Sie es für sich gestalten?
Die Zeit der klassischen Arbeitszeitmodelle scheint vorbei zu sein.
Die Zeit der klassischen Arbeitszeitmodelle scheint vorbei zu sein.

Flexibel bleiben – auch in Zukunft

Das Fazit Studie „The Workforce View 2020“ mit 30.000 Befragten verwies darauf, die Qualität der Arbeitszeit statt der Quantität zu erhöhen. Letztendlich geht es darum, ein Arbeitszeitmodell zu wählen, welches sowohl das Unternehmen, als auch die Arbeitnehmer :innen vertreten können. Im besten Fall ergeben sich für beide Seiten Verbesserungen, wie Effizienzgewinne, eine gesteigerte Zufriedenheit und weniger Krankheitstage.

Fazit

Die 4 Tage Woche bietet eine vielversprechende Alternative zum traditionellen Arbeitsmodell. Mit mehr Freizeit, weniger Stress und einer gesteigerten Produktivität kann sie das Arbeitsleben revolutionieren und zu einer besseren Work-Life-Balance führen. Somit könnte die 4 Tage Woche der Schlüssel zu einer zufriedeneren und produktiveren Arbeitswelt sein.

Und wie würden Sie es für sich gestalten? Wie viele Tage, mit wie vielen Stunden? Sie sehen, es scheint unzählige Kombinationsmöglichkeiten zu geben. Ein weiteres Indiz dafür, dass Recht hat, wer sagt: Die Zeit der klassischen Arbeitszeitmodelle ist vorbei.

Auch die Einführung des Arbeitszeitmodells sollte kein Hindernis darstellen. Wir begleiten Unternehmen dabei, jegliche Fragen für sich zu beantworten und die Stellschrauben zu verändern, die es benötigt, damit der Umstieg möglichst reibungslos funktioniert.

Über den Autor
Sally Kießling
Employer Branding & HR Marketing Consultant

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