Vollgas voraus! Exzellenz im Krisenmanagement

16.06.2020 2020/06

VUKA-Welt - neue Chancen für die Arbeitswelt

Auf vielen verschiedenen Ebenen wirkte die Pandemie als Augenöffner und Enabler. Im Gegensatz zur Finanzkrise 2008/2009 sind alle Unternehmensgrößen verschiedenster Branchen betroffen – einige sprechen sogar von einer Bottom-Up-Krise, da es nicht nur die finanzstarken Konzernriesen, sondern auch den Kleinst- und Kleinunternehmen sowie unseren Mittelstand trifft. Was heute noch gilt kann morgen schon wieder überholt sein und niemals zuvor fand exponentielles Wachstum eine anschaulichere Beschreibung als durch die Verbreitung eines Virus über Grenzen hinweg. Im praktischen Sinne erleben wir jetzt die oft beschriebene VUKA-Welt (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) live und zum Anfassen.

Wir organisieren die Arbeit je nach den Umständen.
Die aktuelle Gesamtsituation ist eine Herausforderung und gleichzeitig ein Anstoß für den Wandel.

Welche Themenschwerpunkte ergeben sich dadurch für Unternehmen?

Neben der Verunsicherung sind es vor allem das Gefühl des Kontrollverlusts aber auch die enorme Komplexität, welche ein planvolles Handeln, so wie man es aus den Managementbüchern kennt, unmöglich machen. Daher bieten insbesondere diejenigen Unternehmen einen guten Ansatzpunkt, die während der Finanzkrise bereits bewiesen haben, auf welche Themen es ankommt. Mit Beginn des strikten Lockdowns, der Bewegung ins Home Office und des Abschaltens unseres „normalen“ Alltags hat uns die Situation auf beeindruckende Art und Weise Stärken, vor allem aber Schwächen aufgezeigt. Strauchelnde Geschäftsmodelle werden weiter abgedrängt, fehlende Liquidität resultiert in einer drohenden Insolvenz und die vormals strukturell bedingte Stabilität wird aus ihren Angeln gehoben. Für uns sind jetzt die folgenden 4 Aspekte handlungsleitend für Geschäftsführer, Personalabteilungen und das gesamte Unternehmen.

1. Die eigene Haltung

Jeder Mitarbeiter, viel wichtiger aber jeder Unternehmer, hat die Aufgabe die eigenen Sichtweisen und Wahrnehmung der Situation zu reflektieren. Nehme ich alles als nicht zu bewältigende Herausforderung wahr oder erkenne ich die Chancen, die sich ergeben. Wie und was strahle ich ins Unternehmen aus. Verharre ich in der Schockstarre oder rege ich Ideen an, bekräftige Kreativität und stärke die Mitarbeiter durch den Wunsch nach Eigeninitiative. Wie gehe ich mit den Verunsicherungen, Ängsten oder zusätzlichen Belastungen der Kollegen um. In vielen Fällen hilft der neutrale Blick von außen, um individuelle Themen zu bearbeiten. Die Begleitung durch einen Coach ermöglicht eine Betrachtung der persönlichen Situation, vorhandener Ressourcen, Kompetenzen und Möglichkeiten. Es wird zukünftig darauf ankommen, wie gut jeder für sich mit den komplexen, unsicheren zugleich auch schwankenden Umfeldveränderungen umgeht. Eigene Stärken und das Selbstvertrauen in diese bilden dafür den Grundstein.

2. Risikomanagement & Strategieentscheidung

Keine Frage, das Überleben ist für den Gründer, CEO und den Mitarbeiter das oberste Anliegen. Die Bundesregierung hat verschiedene Programme ins Leben gerufen, Soforthilfen sowie Kredite versprochen – Liquiditätssicherung ist hier das Stichwort. Durch diese Maßnahmen konnten bereits viele Unternehmen unterstützt werden. Für eine langfristige Sicherung ist es allerdings wichtig, Entscheidungen zu treffen, Szenarien zu entwickeln und konsequent in der Umsetzung zu bleiben. Zu den angesprochenen Entscheidungen gehören auch Personalentscheidungen, die unter Umständen getroffen werden müssen. Bei allen Szenarien sollte an dieser Stelle beachtet werden, dass es eine geeignete Risikobewertung in Bezug auf die Aufgaben gibt. Wichtiger ist jedoch auch die Bewertung des verbleibenden Gestaltungspielraumes für potenzielle Geschäftsmodelle, die sich schließen könnten, wenn die Reduktion zu drastisch ausfällt oder eben ergeben können, wenn ich jetzt den Mut für Freiraum, kreative Entfaltung und Vertrauen gebe.

Auch bei uns gab es die ARTSgenda mit langfristigen Zielen über einen Horizont von 5 Jahren oder länger. Bereits im letzten Jahr haben wir diese Struktur neu gedacht, denn wir verstehen Strategie heute anders. Vormals hat sich die Strategie aus einer aufwändigen Analyse mit langfristig bestehenden Zielen zusammengesetzt. Heute und insbesondere in der aktuellen Situation haben wir eine Roadmap mit Zielen, die wir verfolgen, nutzen jetzt noch mehr die Chancen, die sich tagtäglich für uns ergeben. Dies ist kein blindes Trial-and-Error-System, sondern verbunden mit einer schnellen Chancenqualifizierung. Genauso wie einer Reflexion gepaart mit einem gemeinsamen Verständnis darüber, was wir können, wo unsere Stärken liegen und wo eben auch nicht. Wir haben somit schnell gelernt, Situationspotential einzuschätzen. Im Hinblick auf eine funktionierende, gleichzeitig ermutigende Fehlerkultur haben wir dort auch noch jeden Tag dazuzulernen. Eine geeignete Herangehensweise kann auch über eine transparente Kompetenzsystematik erarbeitet werden, damit sich alle klar darüber sind, welche Kompetenzen in der Organisation schlummern. Parallel dazu haben wir mit Extending your Success eine Identität geschaffen, die uns langfristig eine Orientierung ermöglicht, denn das ist unser Treiber und unsere Motivation. Wir finden Lösung für die Herausforderungen, die den Erfolg direkt beeinflussen oder akut verhindern.

3. Menschlich Führen

Jeder zeigt ein wenig mehr von sich, von seinem Home Office, von seinen Kindern und dem Leben neben der Arbeit. Die Verschmelzung dieser Welten bleibt eine Herausforderung, die sowohl positive als auch negative Aspekte mit sich bringt. Führungskräfte können jetzt Vertrauensverhältnisse stärken, indem sie den Menschen als Individuum im eigenen Team wahrnehmen, schätzen und zulassen, dass es „menschelt“. Auch in der Führungsbeziehung ist Kommunikation essenziell. Aktuell fordern verschiedene Alltagsthemen, wie Kinderbetreuung oder die Betreuung älterer Familienmitglieder, die Aufmerksamkeit jedes Arbeitnehmers und nur im gemeinsamen Austausch können Ängste, Themenschwerpunkte und Erwartungshaltungen geklärt werden. Auf beiden Seiten dieser Beziehung gilt es klar zu kommunizieren, aber auch Verständnis zu schaffen bzw. einzuräumen. Das Mehr an Empathie zahlt sich letztendlich durch ein gefestigtes Team aus, welches sich mit dem erarbeiteten Vertrauensverhältnis die Basis zur gemeinsames Zielerreichung auch im Home Office bzw. in getrennten Arbeitsbereichen schafft.

4. Re-Start angehen

Nach dem Lockdown ist vor dem Re-Start – zum Teil kommen Kollegen aus der Kurzarbeit zurück, erhöhen den Arbeitsanteil wieder, weil die Kinderbetreuung anläuft oder der Heimarbeitsplatz wird zur neuen dauerhaften Produktivitätsstätte. All das muss gemanagt werden. Mit der plötzlichen Änderung der Arbeitsweisen wurden neue Prozesse notwendig und entwickelt. Daher gilt es jetzt die Balance zwischen vorher und nachher ohne Verlust an Produktivität wiederherzustellen. Ohne einen klaren Weg, Fokussierung auf Themen und konsequenter Umsetzung der im Vorfeld getroffenen Entscheidungen bleiben Unternehmen in einer Zwischenwelt hängen, die weder einen Schritt vorwärts noch einen Schritt rückwärts zulässt. Der Ausbruch aus der Krise hinein in eine neue „Normalität“, die geprägt ist von Schwankungen, Unsicherheiten, Komplexität und Vieldeutigkeit findet jetzt bereits bei vielen statt. In vielen Bereichen ist - weiter, wie bisher – nicht möglich. Jetzt heißt es Tag für Tag zu schauen, wohin die Reise geht, aktiv zu managen, was auf uns zukommt und die Brücken zu bauen, die in die Zukunft tragen. Moderne Arbeitsgestaltung, ob nun in Form von neuen digitalen Prozessen mit aktuellen Tools oder allgemein in der Zusammenarbeit und im Verständnis wie Arbeit überhaupt begriffen wird. Das wird die Herausforderung und Chance jedes einzelnen Unternehmens sein.

Wir befinden uns ebenso in dieser Phase, wir organisieren die Arbeit entsprechend der Umstände, wollen uns gleichzeitig nicht von der Situation treiben lassen, sondern aktiv an der Gestaltung arbeiten. Flexibilität gab es vorher bereits, da Optimierung, Transformation und Veränderung bereits Tradition hat bei ARTS und zur täglichen Reflexion dazu gehört.

Jeder der beschriebenen Aspekte birgt Herausforderungen, jedoch ebenso Chancen für eine nachhaltige Veränderung des teamorientierten Arbeitens. Sollten sich neue Themen, Arbeitsweisen und Geschäftsbereiche herausgebildet haben, ist es wichtig und wird entscheidend sein, wie diese in die neue „Normalität“ überführt werden.

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