Digitale Revolution im Bildungssektor

13.12.2018 HR Services

Auf dem Weg zur Smart-School

Die Digitalisierung ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und betrifft weit mehr Bereiche als nur die Arbeitswelt, auch wenn sie hier bereits fortschrittlich ausgebaut ist. Hier fallen auch immer wieder die Begriffe Industrie 4.0 oder "Internet of Things" (IoT). Der Bildungssektor hinkt diesen neuen Entwicklungen und daraus resultierenden Herausforderungen aber oft noch nach. Doch es ist davon auszugehen, dass es künftig nicht mehr ausreichen wird, relativ viel Wissen in wenig Zeit zu vermitteln, das dann auch noch in regelmäßig stattfindenden Prüfungen abgefragt wird. Die digitalisierte Welt verlangt nach neuen Kompetenzen! Ein innovativer Ansatz des Bildungssektors, sich an diese Gegebenheiten anzupassen sind die sogenannten Smart-Schools. Dabei handelt es sich um Räume, in denen den Schülern durch entsprechende Bildungsangebote digitales Lernen ermöglicht werden soll. Grundsätzlich bestehen die Smart-Schools aus drei Säulen, die für den Erfolg des Konzeptes gleichermaßen entscheidend sind.

Zum einen benötigt die Smart-School von morgen eine entsprechende Infrastruktur, zu der neben Breitbandanschlüssen, WLAN im gesamten Schulgebäude und Cloud-Services ebenso interaktive Whiteboards, mobile Endgeräte und eine intelligente Schulverwaltung zählen. Zum anderen sind ein weiterer tragender Bereich dieses modernen Ansatzes die Inhalte, die vermittelt werden sollen bzw. das pädagogische Konzept. Lehrkräfte der Zukunft sollen das individuelle Lernen der Schüler fördern, indem innovative Lernmethoden zum Einsatz kommen und kollaborative Lernformen zum Schlüsselfaktor des Lernerfolgs werden. Auch interaktive Lernumgebungen finden in der Smart-School Berücksichtigung. Es werden neue Raumdesigns benötigt, um unter anderem digitale Lerninhalte vermitteln zu können. Allerdings unterliegen sowohl der Auftritt, als auch die Kommunikation der Schule nach außen einem Wandel, der sich in Form von schulindividuellen Medienkonzepten widerspiegeln wird. Darüber hinaus behalten die Lehrkräfte natürlich eine entscheidende Rolle innerhalb der Smart-School. Sie müssen stetig fortgebildet werden und regelmäßig Workshops mit dem Schwerpunkt Digitalisierung besuchen, um dann ihr Wissen weitergeben zu können und die Lernenden für den weiteren Lebensweg vorzubereiten. Denn obwohl diese zumeist sogenannte Digital Natives, also Menschen, die bereits in der digitalisierten Welt aufgewachsen sind, darstellen, müssen Ihnen die spezifischen Fähig- und Fertigkeiten vermittelt werden, da diese künftig als Teil der Allgemeinbildung zu betrachten sind.

Digital Education – Der nächste Bildungs-Meilenstein

Eine zentrale Frage der nächsten Jahre beschäftigt sich damit wie, aber auch was gelernt und gelehrt wird. Wie die zukünftigen Lerninhalte explizit gestaltet werden, wird sicher jede Smart-School individuell festlegen. Allerdings ist es naheliegend, dass unter anderem intelligente Klassen gebildet werden, in denen Tablets, Beamer, digitale Whiteboards und Smart-TVs interaktive Sitzungen schaffen, die den Spaß am Lernen fördern. Auch die Lehrmittel werden sich verändern, denn in einer technisch versierten Welt liegen Bücher nicht mehr haptisch, sondern digital vor. Somit ist es nicht mehr notwendig schwere Rucksäcke mit sich zu führen oder gar ein Schließfach auf dem Korridor der Bildungseinrichtung zu mieten. Notebook und Tablet avancieren zum wichtigsten Arbeitsmittel, auf dem alle Unterlagen vorhanden sind. In den PDF-Büchern können individuelle Notizen und andere Informationen angeheftet werden. Durch die technischen Lösungen kann auch den sich ständig aktualisierten Informationen Rechnung getragen werden. Zwar müssen Lehrer und Schüler nach wie vor die Qualität der Quellen bewerten, können diese aber simpel in die Dokumente einbinden und haben damit die Chance, sich stetig weiterzubilden und die Persönlichkeit sowie die Interessen zu diversifizieren.

Auch die Unterrichtsform an sich kann sich in der Smart-School durch Digital Education modifizieren. Der klassische Frontalunterricht, wie er heute noch üblich ist, wird in der Zukunft durch Webinare und Online-Seminare ergänzt oder gar vollständig ersetzt. Hausaufgaben können mithilfe der technischen Möglichkeiten als Online-Tests oder in Form eines Quiz gestaltet werden, die genau wie die innovativen Unterrichtsformen zu einer aufgelockerten, abwechslungsreichen Lernumgebung beitragen. Sogar die klassischen Lerngruppen sind in die Smart-School übertragbar. Die Online-Community kann auch außerhalb des Klassenzimmers bzw. Schulgebäudes Projekte besprechen, Themen und Ideen diskutieren und Lösungen zu fachlichen Problemstellungen finden. Diese Online-Aktivitäten tragen dazu bei, dass sich die Schüler innerhalb des Lernprozesses langfristig mit einer Thematik auseinandersetzen, ohne es als Anstrengung oder eventuelle Belastung zu empfinden.

Kommt bald der Lehr-Bot?

In der Industrie ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass (Routine-) Arbeiten immer häufiger an Roboter, Künstliche Intelligenz (KI) und Algorithmen ausgelagert werden. Viele moderne Produktionshallen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass der Herstellungsprozess der Produkte zum Großteil von Maschinen verrichtet wird. Den Fachkräften kommen indes andere Aufgaben zu, wie beispielsweise die Einsatzkoordination der Industrieroboter oder smarten Fabrikstraßen. Darüber hinaus sind sie für die Auswertung der Roboterdaten zuständig – die natürlich in Echtzeit generiert werden – und für andere IT-Probleme.

Auch im Bildungssektor ist es zu erwarten, dass KI in den kommenden Jahren Einzug hält. Der erste humanoide Teaching-Robot, der im Rahmen des „Humanoid Emotional Assistant Robots in Teaching“ (H.E.A.R.T.) Projekts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, existiert bereits. Mittels multimodaler Lernangebote wird das Ziel der Personalisierung und Individualisierung des Lernprozesses verfolgt. Damit können passgenaue, einzigartige Lernwege kreiert werden, die sich genau an die Situation des Lernenden anpassen und dessen spezifische Bedürfnisse und Interessen berücksichtigen. Genau wie auch in der Industrie geht es beim Einsatz der KI ausdrücklich nicht darum die Arbeitsplätze zu ersetzen, sondern den Lehrenden neue Freiräume zu schaffen. Egal, wie digitalisiert die Klassenräume in Zukunft sind, Roboter und KI sind keine Alleskönner. Um Softskills wie Teamfähigkeit, Kreativität, aber auch eine kritische Denkweise der Schüler zu fördern, werden auch weiterhin Lehrer aus Fleisch und Blut benötigt.

Status quo der Ausbildung

Gegenwärtig ist die digitale Bildung, egal ob in Primär- oder Sekundarstufe, eher Ausnahme anstatt Regel. Die technischen Neuerungen etablieren sich nur langsam im Bildungssektor und Smartphones und Tablet werden häufig eher verboten als aktiv in den Lernprozess einbezogen. Daraus resultiert, dass die Schüler zwar den im Umgang mit sozialen Medien und bei der Bedienung technischer Geräte geübt sind, diese meist ein fester Bestandteil des täglichen Lebens sind, jedoch erheblicher Nachholbedarf im Hinblick auf Datenschutz und IT-Sicherheit besteht. Diese Themen müssen in den Smart-Schools der Zukunft ebenso vermittelt werden, wie beispielsweise Tabellenkalkulationen oder Präsentationen. Es zeigt sich, dass die digitale Revolution im Bildungssektor gerade noch in den Anfängen steckt und die Arbeitswelt in Sachen Digitalisierung schon ein paar Schritte voraus ist. Diese gilt es zukünftig wieder aufzuholen, um qualitativ hochwertig ausgebildete Fachkräfte für den Arbeitsmarkt hervorzubringen.

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