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Körpersprache im Bewerbungsgespräch

16.02.2017 Karrieretipps

Die Körpersprache ist ein Türöffner

Die Körpersprache bei einem Bewerbungsgespräch verrät so einiges über die Gesprächsteilnehmer, die über das gesprochene Wort hinausgehen. Oftmals wird unterstellt, dass sie Auskunft darüber gibt, ob der Bewerber oder die Bewerberin selbstbewusst, zielstrebig und konzentriert oder vielleicht gelangweilt, unsicher und nervös ist.

Dabei ist eine stimmige Körpersprache eine subtile Möglichkeit, den Personaler direkt von sich zu überzeugen, denn zu 93 % kommunizieren wir Menschen über die Körpersprache. Dazu gehören neben Gestik, Mimik und Haltung auch die Lautstärke und Melodie der Stimme. Nur 7 % unserer Aufmerksamkeit richtet sich schließlich auf den Inhalt.

Kleider machen bekanntlich Leute

Die Kleidung kann im Bewerbungsgespräch viel über Ihre Bereitschaft sich mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen und Ihr Bewusstsein für die angestrebte Position aussagen. Zögern Sie nicht und fragen Sie nach, wie der übliche Dress-Code im Unternehmen ist. Damit zeigen Sie Interesse und nehmen bereits vor dem Bewerbungsgespräch aktiv weiteren Kontakt zum Unternehmen auf. Kleider machen Leute - gilt leider oftmals auch noch heute, kann aber für den Bewerber auch ein gutes Indiz dafür sein, ob er oder sie sich mit dieser Kultur identifizieren kann.

Die richtige Begrüßung hinterlässt einen positiven ersten Eindruck

Bei einer Begegnung entscheiden oft nur wenige Sekunden über Sympathie oder Antipathie. Nicht ohne Grund spricht man häufig vom wichtigen ersten Eindruck. Bereits die Begrüßung im Vorstellungsgespräch kann einen Eindruck hinterlassen. Das gilt auch für Online-Vorstellungstermine. Neben dem optischen Erscheinungsbild entscheiden Blickkontakt und die Körperhaltung über das erste Bild von Ihnen als Bewerber:in. Können Sie Ihren Gesprächspartner persönlich treffen und das Händeschütteln ist wieder im Trend, dann kommt es auf einen kurzen und festen Händedruck an. Wichtig hierbei sind Blickkontakt und ein freundliches Lächeln. Damit signalisieren Sie Offenheit und Freude über das Kennenlernen, insbesondere, wenn es vielleicht nur über den Bildschirm möglich ist.

Blickkontakt in Zeiten verschobener Kameraperspektiven?

Blickkontakt signalisiert dem Gegenüber im Vorstellungsgespräch Interesse und Aufgeschlossenheit, ein über längere Zeit abschweifender Blick hingegen Unsicherheit, Desinteresse oder Unaufmerksamkeit, je nach Interpretation des Gegenübers. Das heißt jedoch nicht, dass Sie Ihren Gesprächspartner ständig anstarren sollen. Als Faustregel für den gelungenen Blickkontakt gilt: Halten Sie den Blick mindestens eine Sekunde, jedoch nicht länger als drei Sekunden. Unterhalten Sie sich mit mehreren Personen, ist es wichtig beim Antworten hauptsächlich der Person in die Augen zu schauen, die die Frage an Sie gerichtet hat. Blickkontakt zu den anderen Personen im Raum sollte dabei trotzdem auch aufgebaut werden. Damit beteiligen Sie auch alle anderen am Gespräch. Außerdem kann es dabei helfen, die Aufmerksamkeit der Gesprächspartner zu sichern. Wie sieht das Online aus? Achten Sie darauf, dass die Kamera nicht zu weit oben ist, das bringt Sie in eine unerwünschte Bittstellerposition. Vielleicht wollen Sie auch nur Kekse verkaufen? Andersherum freuen sich die Beteiligten sicher auch darüber, wenn Ihnen der Einblick in die Nasenlöcher des Gegenübers in diesem Fall erspart bleiben. Die Kamera sollte demnach auf Augenhöhe sein, sodass Sie mit einem geraden Blick in die Runde schauen. Mit dem Blickkontakt ist das dann ein wenig komplizierter, da Sie nicht wissen, wie die Positionierung auf der anderen Seite ist. Wenn Sie aber die Kamera auf Augenhöhe platzieren, wird genau das auch den Teilnehmenden auf ihrem Bildschirm angezeigt.

Eine aufrechte Körperhaltung signalisiert Selbstbewusstsein und Stärke

Auch wenn Bewerbungsgespräche in der Regel im Sitzen und ggf. vor dem Bildschirm stattfinden, ist die Körperhaltung hier ebenfalls entscheidend über die Wahrnehmung durch den Gesprächspartner. Nehmen Sie eine offene Körperhaltung ein und sitzen Sie aufrecht. Ein eingeknickter Oberkörper kann sich negativ auf die Kraft der eigenen Stimme auswirken. Zudem sollte die gesamte Sitzfläche genutzt werden. Wer auf der Stuhlkante sitzt, wirkt unsicher und angespannt. Die Körpersprache ist nicht nur in einem persönlichen Vorstellungsgespräch wichtig, sondern auch bei einem Telefoninterview oder eben online. Das hört sich zunächst paradox an, schließlich sieht der Personaler Sie nicht durchs Telefon. Die Körperhaltung wirkt sich jedoch auf die Stimme aus. Während des Gesprächs in Jogginghose auf dem Bett rumliegen, wirkt sich also unbewusst auf die Stimmlage aus. Es passiert leicht, dass dies zu locker und lässig auf den Personaler wirkt. Hier gilt also ebenso wie beim gewöhnlichen Vorstellungsgespräch: Aufrecht hinsetzen und sich am besten direkt in die Situation eines persönlichen Gesprächs vor Ort hineinversetzen, das hilft auch bei der Konzentration. Selbst ein dezentes Lächeln während des Telefonats lässt Sie automatisch sympathischer klingen.

Was das Gesicht verrät

In Zeiten von Online-Vorstellungsgesprächen steht insbesondere unser Gesicht besonders im Fokus, aber auch im persönlichen Aufeinandertreffen haben sogenannte Mikroexpressionen eine ganz besondere Bedeutung. Diese helfen uns dabei, versteckte Gefühle zu erkennen. Unterschieden werden sieben versteckte Emotionen. Diese sind Angst, Überraschung, Ärger, Ekel, Verachtung, Trauer, Freude. Geschulte Experten können damit Ungereimtheiten, Widerstände, wahre Freude und Ängste erkennen, die wir alle versuchen zu unterdrücken. Da aber unser limbisches System, auch das Emotionszentrum, schneller reagiert als unser Gehirn die Kontrolle über unsere Muskeln erlangt, treten unbewusste Mikroexpressionen für wenige Sekundenbruchteile (40 bis 500 Millisekunden) in unserem Gesicht auf. Zeigen sich diese bei bestimmten Themen, öffnen sie für den Gesprächspartner den Raum, um genau bei dem gerade besprochenen Thema noch einmal nachzufragen. Aufgabenschwerpunkt, Überstunden oder Dienstreisen sind beispielsweise in Vorstellungsgesprächen entsprechende Themen. Zeigen sich dabei also Angst, Trauer oder Ekel, obwohl Sie als Bewerber oder Bewerberin überzeugt sagen, dass das gar kein Problem ist, dann wissen sie, warum geschulte Personaler an dieser Stelle noch einmal nachhaken. 

Die Verabschiedung – die letzte Chance zu überzeugen

Ebenso wie bei der Begrüßung gilt: achten Sie auf den Blickkontakt und verabschieden Sie sich lächelnd mit einem selbstbewussten "Auf Wiedersehen", das auch genau so gemeint ist. Gehen Sie anschließend aufrecht und unter anhaltender Körperspannung aus dem Gebäude bis Sie außer Sichtweite sind oder bis Sie den Online-Termin verlassen. Erst dann findet keine Kommunikation über Körpersprache mehr statt und Sie können sich entspannen.

Egal ob Mimik, Gestik, die Körper- oder Sitzhaltung, Begrüßungsrituale oder Verabschiedungen – wir Menschen kommunizieren in jeder Sekunde unseres Lebens nonverbal, auch beim Vorstellungsgespräch für den nächsten Job.

Zum Abschluss noch eine Frage: Welchen Hintergrund nutzen Sie aktuell bei Online-Vorstellungsgesprächen? 

Quellen: BEWERBUNGS-TIPPS | BewerbungsWissenSüddeutsche Zeitung

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