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Leasing - übliche Einkaufspraxis für Unternehmen

17.07.2019 Blog

Bewährtes Prinzip

Das Prinzip ist verblüffend simpel: Beim Leasing kann eine Ware genutzt werden, doch den Kaufpreis zahlt zunächst ein Leasingpartner oder – heute die Regel – Leasinggesellschaften. Der Käufer verpflichtet sich, über eine vereinbarte Zeit, Raten an den Partner zu zahlen und erhält schließlich oft die Möglichkeit, das betreffende Gut gegen einen Restpreis ganz zu erwerben. Für Privatleute wie Unternehmen gleichermaßen attraktiv, bietet Leasing im Vergleich zu klassischen Finanzierungsformen wie Direktkauf oder Krediten eine ungleich höhere Flexibilität sowie signifikante Risikominimierung bei notwendigen Investitionen. Vor allem in den letzten Jahren hat die Leasingwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen, gerade im Zusammenspiel mit dem hohen Investitionsbedarf der Industrie 4.0.

Die Idee, Güter zu „vermieten“ ist alles andere als ein aktueller Trend. Mögen die Ursprünge des finanziellen Leasings, wie wir es heute kennen, im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts liegen – Firmen wie IBM oder gar die Bell-Telefongesellschaft erkannten schnell die Vorzüge bei der Verbreitung ihrer Apparate – griff man schon in der Antike auf Instrumente zurück, die im weitesten Sinne mit heutigen Leasinggeschäften vergleichbar sind. Historiker können die Existenz erster Gesellschaften in Babylonien bereits um 1800 vor Christus nachweisen. Soldaten, die im Gegenzug für ihre Dienste urbares Land erhielten, leasten die Flächen zur Kultivierung gegen Zahlung an Bauern. 

Dass finanzielle Anreize und effektive Kostensenkung für die Unternehmer der Gegenwart noch immer gute Argumente sind, sich für Leasingmodelle zu entscheiden, ist kaum von der Hand zu weisen. Doch im Laufe seiner Evolution, hat sich das Leasing längst zu einem Instrument entwickelt, dass nicht nur durch Vielfältigkeit überzeugt, sondern auch das Potenzial besitzt, den Anforderungen einer sich schnell wandelnden globalen Wirtschaft gerecht zu werden. Konventionellere Formen behalten dabei durchaus ihre Berechtigung: Auch in Zukunft werden Unternehmen ihren Bedarf an Maschinen und Fahrzeugen auf neuestem Stand mithilfe des Leasing decken, weniger finanzstarke Airlines ihre neuen Flugzeuge mit und ohne Personal über Fonds und Gesellschaften finanzieren. Gerade Airlines aus Mittel- und Fernost zählen derzeit zu den begehrtesten Leasingnehmern, denn nach einigen schwierigen Jahren wächst die Nachfrage vor allem dort rasant. Durch eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur sowie eine junge, einheitliche und moderne Flugzeugflotte und die Möglichkeit, jederzeit flexibel auf Entwicklungen am Markt zu reagieren, konnten Fluggesellschaften ihre Position stärken.

Geleast wird heute aber nicht mehr nur das einzelne Objekt. Ganze Produktionsanlagen und -ketten lassen sich bereits mieten. Ebenso wie Investitionsgüter, vom einfachen Dienstwagen bis zum Firmengebäude. Die vermutlich nachhaltigste Entwicklung im Leasing ist jedoch ein strukturelles Umdenken. Denn in einer digitalen Welt, die Unternehmen durch stete Veränderungen herausfordert, steht nicht mehr nur die einfache „Hardware“ im Vordergrund. Viel mehr richtet sich der Blick zunehmend auf die Finanzierung von komplexen wirtschaftlichen Prozessen bzw. die Prozessoptimierung und ihrer steten Entwicklung. Dazu gehört auch die Bereitstellung der notwendigen IT-Infrastruktur sowie des zugehörigen Know-hows und ebenso Service-Dienstleistungen und die Instandhaltung der Technik. Schließlich bringt in digitalen, agilen Geschäftsmodellen Leasing eine Flexibilität sowie die Möglichkeit der Konzentration auf Kernkompetenzen.

Lösungen nach Maß

Kaum ein Unternehmen aus dem Hochtechnologie-Sektor kann auf die Zusammenarbeit mit Leasinggesellschaften verzichten. Nicht nur die Luft- und Raumfahrt, auch Automobil-Industrie, Schienenverkehr und Maschinenbau profitieren von den Freiheiten, die das Leasing bietet. So vielfältig die Branchen, so individuell auch die Vereinbarungen die beteiligte Partner treffen. Im Wesentlichen lassen sich jedoch zwei grundsätzliche Arten des Leasings unterscheiden:

Bei „Financial Leases“ steht die Finanzierungsfunktion im Vordergrund. Während der vertraglichen Grundmietzeit werden die Kosten des Leasinggebers durch Zahlung der vereinbarten Raten abgedeckt. Am Ende der Leasingzeit steht in der Regel die Übernahme, häufig gegen einen nur noch symbolischen Restwert oder die Rückgabe des betreffenden Gutes. Eine gebräuchliche Variante dieser Vereinbarung ist das Leasing mit Teilamortisierung. Dabei werden die Gesamtkosten des Leasinggebers nur anteilig abgedeckt und bei Ende der Mietzeit eine Vertragsverlängerung vereinbart oder der Vertrag mit Kauf des Gutes beendet. Der Vorteil liegt hier vor allem in einer hohen Flexibilität für den Leasingnehmer, denn er erhält sich jederzeit die Möglichkeit, auf ein technisch moderneres Produkt umzusteigen sowie die den Investitionsaufwand für die Anschaffung auf einen geeigneteren Zeitpunkt zu verschieben.

Bei „Operating Leases“ wiederum handelt es sich um einen Mietvertrag, der im Gegensatz zu den Financial Leases sehr kurzfristige Kündigungsmöglichkeiten bietet. Die Leasingrate stellt hier die Gegenleistung für die Gebrauchsüberlassung dar und schließt in der Regel auch die Kosten für Unterhalt und Service mit ein. Die betreffenden Güter werden üblicherweise bei Ende des Vertrages durch den Leasinggeber zurückgenommen, das Investitionsrisiko trägt dieser selbst. In der Praxis sind die Grenzen zwischen diesem Modell und einer Teilamortisierung oft fließend. Hier zeigt sich, wie stark sich das Leasingmodell auf individuelle Bedürfnisse von Unternehmen anpassen lässt.

Feiner Unterschied

Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff des Leasings vereinfacht oft mit „mieten“ gleichgesetzt. Grundsätzlich ist die Beschreibung zutreffend, da auch bei klassischen Mietverhältnissen der Nutzer einer Sache nicht deren Eigentümer ist. Es gibt jedoch wesentliche juristische Unterschiede, denen die Vertragspartner Rechnung tragen müssen. Anders als in einem einfachen Mietverhältnis hat ein Leasingnehmer oft alle Rechte, Risiken und Pflichten die üblicherweise der Vermieter trägt. Das schließt auch die Haftung für Beschädigung oder den Ausfall des betreffenden Gutes ein.

Die Vorteile des Leasings gegenüber einem Kauf sind hingegen sehr deutlich. Obgleich mit in Kraft treten neuer Bestimmungen aus dem IFRS 16  Unternehmen nun die Verpflichtungen aus Leasinggeschäften in ihren Bilanzen anführen müssen, die Kernargumente des Finanzierungsmodells bleiben erhalten: Finanzielle Planungssicherheit und ein Schonen der eigenen Liquidität, bei sofortiger Nutzungsmöglichkeit der betreffenden Güter. Unternehmen können so kontinuierlich auf neueste Technologien und Entwicklung zurückgreifen und entsprechend ihren Anforderungen flexible Verträge gestalten. Wer klug agiert, bleibt so stets wettbewerbsfähig. Doch die vertragliche Bindung ist nicht ohne Risiken. Denn während der Laufzeit ist der Leasingnehmer in der Praxis an das Leasinggut gebunden. Zudem werden die Vorzüge des Modells mitunter durch höhere Gesamtkosten als bei anderen Finanzierungsmodellen erkauft. Gerade junge Unternehmen, die nur schwer Entwicklungen im Geschäft voraussehen können, laufen Gefahr durch Leasingverträge schließlich vor erheblichen finanziellen Belastungen zu stehen.

Natürlich sind auch Konzerne mit langjähriger Erfahrung nicht vor Fehlentscheidungen gefeit. Wie auch bei allen anderen Formen der Finanzierung, muss hinter jedem Vertragsabschluss ein überlegtes Konzept stehen. Dann können Unternehmen jedoch auf ein vielfältiges Werkzeug zurückgreifen, dessen Konditionen sich wie bei kaum einem anderen präzise auf das eigene Geschäftsmodell anpassen lassen.

Quellen: handelsblatt.com | compeon.de | kreditrechner.com | airliners.de | handelsblatt.com | deutsche-leasing.com | erfolg-und-business.de | sueddeutsche.de

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